Salesianer-Sein heißt für mich,...

 

Am 25. April, dem 58. Weltgebetstag, betet die Katholische Kirche für geistliche Berufungen. Heuer steht er unter dem Motto „Worauf wartest du?“ Auch die Salesianer Don Boscos sind mit einer Social Media Kampagen dabei.

„Der Ruf Gottes ist sehr unterschiedlich und vielfältig und immer spannend. Er ruft uns zum Christsein, zur Ehe, zum Dienst an den Mitmenschen, zum Dienst in der Kirche. Jesus ruft auch in seine spezielle Nachfolge als Diakon, Priester, Ordenschrist usw. Er wartet auf dich!“, ermutigt der Salzburger Referatsbischof für Berufungspastoral Hans Jörg Hofer.

Sonntag des Guten Hirten
Auf dem Professkreuz der Salesianer Don Boscos ist der "Gute Hirte" zu sehen.
Er ist Sinnbild für geistliche Berufe, denn wie ER, so sollen Priester, Ordensleute und alle gottgeweihten Personen Gottes Liebe sichtbar machen und für alle Menschen da sein.

Der vierte Ostersonntag ist so zum Weltgebetstag für geistliche Berufe geworden.
In der österreichischen Provinz der Salesianer wird dieser Tag von einer besonderen "Social Media Aktion" begleitet. Die Mitbrüder sind eingeladen, von ihrer Berufung Zeugnis zu geben und von der Schönheit ihrer Lebensentscheidung als Söhne Don Boscos zu erzählen. Doch nur mit wenigen Worten, indem sie die Aussage "Salesianer-Sein heißt für mich..." vervollständigen.

Die einzelnen Bilder und Geschichten der Mitbrüder werden auf den Kanälen der Provinz und auf den privaten Accounts geteilt. So geben sie ein buntes und lebendiges Lebenszeichen und wollen damit junge Menschen einladen, über die eigene Berufung und den den möglichen Plan Gottes für ihr persönliches Leben nachzudenken.

(P. Johannes Haas SDB/red/KAP)

Praxissemester in Irland

From Ireland with love: Christoph Salinger SDB verbringt gerade sein Praxissemester im Studium Soziale Arbeit der Katholischen Stiftungshochschule München in Dublin und arbeitet in der stationären Jugendhilfe bei Don Bosco Care. Wie geht es ihm fernab von zuhause und wie sieht sein momentaner Alltag in Corona–Zeiten aus?

Christoph, wie geht es dir?
Trotz der weltweiten Pandemie geht es mir in Dublin sehr gut. Ich fühle mich sicher und freue mich, diese spannende Zeit hier verbringen zu können.

Seid wann bist du schon in Dublin und wie lange dauert dein Auslandsaufenthalt?
Ich bin am 24. Februar nach Irland gereist, also nur wenige Tage bevor die Pandemie durch die Maßnahmen der Regierung richtig spürbar wurde. Mein Praktikum dauert bis Ende Juli und dann wollte ich mir noch zwei Wochen Zeit nehmen, um die „grüne Insel“ zu entdecken und möglichst viel zu sehen. Nun hat sich die Situation ja bekanntlich verändert und wir werden sehen, ob ich im August oder doch erst im September zurück nach Deutschland kommen kann.

Wo arbeitest du während deiner Zeit in Dublin und wie sieht dein Alltag dort aus?
Ich arbeite im Bereich der stationären Jugendhilfe. Tätig bin ich in der Organisation „Don Bosco Care“, einem Projekt der Salesianer Don Boscos. Die Salesianer betreiben hier fünf Wohngruppen für Jugendliche, die aus verschiedenen Gründen nicht bei ihren Eltern leben können. Viele von ihnen haben psychische oder physische Gewalt erlebt und ihr Zuhause stellte sich nicht mehr als sicheres Umfeld dar. Bei uns bekommen sie ein „neues“ Zuhause. Wir versuchen Ihnen zu vermitteln, dass sie wertvolle Menschen sind, dass sie geliebt werden und nicht allein sind. Wir sind für sie da!
Außerhalb dieser „Coronakrise“ begleiten wir unsere Jugendlichen zur Schule, zum Arzt, zum Einkaufen. Wir kochen und spielen gemeinsam. Wir unterstützen sie bei den Hausaufgaben und Prüfungsvorbereitungen. Wir spielen Fußball und führen Gespräche über Gott und die Welt. Wir waschen Wäsche, putzen das Haus und organisieren alles was unsere Jungs brauchen. Wir sind also quasi „Ersatzeltern“, die sie bestmöglich unterstützen und auch ein wenig erziehen wollen. Durch die Pandemie hat sich einiges verändert. Im Grunde bleiben die Aufgaben dieselben, nur kommen die Abstands- und Hygieneregeln dazu, die nicht leicht einzuhalten sind. Wir versuchen, uns möglichst kreative Angebote zu überlegen, um die Zeit Zuhause gut und sinnvoll zu nutzen.

Warum hast du dich dazu entschieden trotz der Corona-Ausbreitung in Irland zu bleiben?
Unsere Jungs können aus dieser Situation nicht ausbrechen. Sie müssen da durch, also begleiten wir sie dabei. Ich möchte gerade in dieser Zeit für sie da sein und hoffe, dass sie eines Tages erkennen können, wie wertvoll es ist Menschen zu haben, die einen in schwierigen Zeiten nicht zurücklassen.

Wie geht es dir mit dieser Entscheidung?
Ich freue mich jeden Tag aufs Neue hier zu sein und bereue meine Entscheidung auf gar keinen Fall! Ich kann wunderschöne und einzigartige Erfahrungen sammeln. In einigen Jahren wird sich jeder zurück erinnern können, wo und wie er diese „Coronakrise“ verbracht hat. Ich bin froh, sie hier in Dublin zu verbringen.

An der KSH wird dieses Semester nur in Fernlehre unterrichtet, viele Einrichtungen sind geschlossen, Veranstaltungen abgesagt. Wie ist die Situation in Dublin und was bedeutet das für dich persönlich?
Die Infektionszahlen sind in Irland in den ersten Wochen sehr langsam gestiegen. Ich hatte mich darauf gefreut, einige Vorlesungen am Trinity College besuchen zu können, aber die Schulen und Universitäten wurden relativ schnell geschlossen; dann auch Geschäfte, Restaurants, Pubs und öffentliche Gebäude. Die Regierung hat stark auf die Selbstverantwortung der Bevölkerung und daher eher auf Empfehlungen gesetzt. Dies hat anfangs recht gut funktioniert, dann wurden aus Empfehlungen Verbote und Vorschriften. Die Regierung hat nach der Verlängerung des Lockdowns einige Lockerungen für die nächsten Wochen angekündigt, aber die Zahlen steigen bisher weiter an.
Die Straßen sind ohne die zahlreichen Touristen zwar nicht „ausgestorben“, aber deutlich leerer. Das führt dazu, dass auf den großen Einkaufsstraßen Gras wächst, das sonst keine Chance hätte. Letzte Woche hat sich sogar ein Fuchs in die Innenstadt verirrt. Es ist eine spannende Erfahrung, Dublin so ruhig und irgendwie „natürlich“ zu erleben. Die Hektik ist spürbar verschwunden.

Kannst du der momentanen Situation auch etwas Gutes abgewinnen?
Meine Sprachkenntnisse profitieren sehr von der Entscheidung hier zu bleiben. Außerdem habe ich noch nie in meinem Leben so viel gekocht, wie in diesen Monaten mit den Jungs. Dies wirkt sich auch auf meine Kochkünste positiv aus. Durch die innere Ruhe, die sich in der Bevölkerung langsam eingeschlichen hat, kommen oft ganz tolle Gespräche zustande. Diese werden mir sicher in Erinnerung bleiben. Immerhin sind die Iren bekannt für ihr „Storytelling“. Man sagt: „Geschichten zu erzählen ist die nationale Kunstform Irlands“.

(Quelle: KSH München)

Was begeistert dich?

Diese Frage haben einige Salesianer Don Boscos in einer Online-Kampagne zum "Weltgebetstag für geistliche Berufungen 2020" beantwortet.

Diese Frage ist zugleich an jeden von uns gerichtet. Die eigene Berufung zu leben heißt, etwas gern zu tun und die eigenen Stärken für andere Menschen einzusetzen. Alle sind eingeladen mitzubeten, dass Gott auch heute junge Menschen für den geistlichen Weg und den Dienst in seiner Kirche ruft. Dieses Gebet (nach Edith Stein) kann dabei helfen:

Herr,
ich bin bereit zu gehen,
wohin du mich sendest.
Denn du verlangst nichts von mir,
ohne mir zugleich
die Kraft dafür zu geben.

 

Lebendiger Glaube in Zagreb

Am letzten Wochenende haben junge Mitbrüder und Studentinnen und Studenten aus dem Salesianum einen Ausflug nach Zagreb gemacht.

Wir haben sichtbar das Wirken des Geistes Gottes gespürt. Der Heilige Geist berührt auch heute junge Menschen. Wir haben dies in zweifacher Weise gespürt:

  • Am Samstag in einem Konzert verschiedener Lobpreisgruppen. 6000  zumeist junge Menschen loben Gott aus ganzen Herzen!
  • Zum Gebetstag für geistliche Berufungen begegneten wir den Vornovizen der kroatischen Provinz. Junge Männer bereiten sich mit Freude auf den Eintritt bei den Salesianern vor.

Die Begegnungen in diesen Stunden haben uns gestärkt in der je eigenen Berufung: als Christ und als Ordensmann.

(P. Andreas Kühne SDB)

Pause vor der zweiten Halbzeit

Einigen ist es sicher aufgefallen: Jetzt ist gerade Halbzeit der Fastenzeit, der Vorbereitungszeit auf Ostern. Es ist eine Zeit, in der uns die Heilige Schrift einlädt, durch Beten, Fasten und Taten der Nächstenliebe bewusster zu Leben und unser Leben neu auszurichten.

Im Fußball ist die Halbzeit ganz wichtig: sich in der Kabine zurückziehen, durchatmen, kritisch auf die erste Hälfte schauen, ein paar Tipps vom Trainer oder der Trainerin bekommen, sich neue Ziele setzen und mit neuem Schwung in die zweite Hälfte starten. Eine Pause zwischendurch tut gut. Vor einigen Wochen war ich in Ecuador und habe dort acht österreichische Volontärinnen und Volontäre von VOLONTARIAT bewegt besucht. Sie helfen für ein Jahr in Don Bosco Jugendeinrichtungen mit und haben auch gerade Halbzeit. Sechs Monate sind sie schon dort und weitere sechs Monate haben sie noch vor sich. Wir trafen uns an einem Wochenende für ein Zwischenseminar. Wir haben viele Erlebnisse ausgetauscht, reflektiert und Themen behandelt, die schwierig sind und Kraft kosten. Am Ende haben sie sich persönliche Ziele für die kommenden Monate gesetzt.

Das sind Beispiele für eine bewusste Pause. Zur Halbzeit der Fastenzeit sind wir eingeladen innezuhalten, eine Halbzeitpause zu machen und nachzudenken, was mir wichtig ist – in der Vorbereitung auf Ostern und in meinem Leben insgesamt.

(Peter Rinderer SDB, Foto: pixabay.com/422737, CC0)

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