Lebendiger Glaube in Zagreb

Am letzten Wochenende haben junge Mitbrüder und Studentinnen und Studenten aus dem Salesianum einen Ausflug nach Zagreb gemacht.

Wir haben sichtbar das Wirken des Geistes Gottes gespürt. Der Heilige Geist berührt auch heute junge Menschen. Wir haben dies in zweifacher Weise gespürt:

  • Am Samstag in einem Konzert verschiedener Lobpreisgruppen. 6000  zumeist junge Menschen loben Gott aus ganzen Herzen!
  • Zum Gebetstag für geistliche Berufungen begegneten wir den Vornovizen der kroatischen Provinz. Junge Männer bereiten sich mit Freude auf den Eintritt bei den Salesianern vor.

Die Begegnungen in diesen Stunden haben uns gestärkt in der je eigenen Berufung: als Christ und als Ordensmann.

(P. Andreas Kühne SDB)

Pause vor der zweiten Halbzeit

Einigen ist es sicher aufgefallen: Jetzt ist gerade Halbzeit der Fastenzeit, der Vorbereitungszeit auf Ostern. Es ist eine Zeit, in der uns die Heilige Schrift einlädt, durch Beten, Fasten und Taten der Nächstenliebe bewusster zu Leben und unser Leben neu auszurichten.

Im Fußball ist die Halbzeit ganz wichtig: sich in der Kabine zurückziehen, durchatmen, kritisch auf die erste Hälfte schauen, ein paar Tipps vom Trainer oder der Trainerin bekommen, sich neue Ziele setzen und mit neuem Schwung in die zweite Hälfte starten. Eine Pause zwischendurch tut gut. Vor einigen Wochen war ich in Ecuador und habe dort acht österreichische Volontärinnen und Volontäre von VOLONTARIAT bewegt besucht. Sie helfen für ein Jahr in Don Bosco Jugendeinrichtungen mit und haben auch gerade Halbzeit. Sechs Monate sind sie schon dort und weitere sechs Monate haben sie noch vor sich. Wir trafen uns an einem Wochenende für ein Zwischenseminar. Wir haben viele Erlebnisse ausgetauscht, reflektiert und Themen behandelt, die schwierig sind und Kraft kosten. Am Ende haben sie sich persönliche Ziele für die kommenden Monate gesetzt.

Das sind Beispiele für eine bewusste Pause. Zur Halbzeit der Fastenzeit sind wir eingeladen innezuhalten, eine Halbzeitpause zu machen und nachzudenken, was mir wichtig ist – in der Vorbereitung auf Ostern und in meinem Leben insgesamt.

(Peter Rinderer SDB, Foto: pixabay.com/422737, CC0)

Anpacken – wie Don Bosco

Don Bosco sah die Not der Jugend
und die Ungerechtigkeiten seiner Zeit.
Er war kein auf bessere Zeiten Wartender,
er suchte nach Lösungen.

Don Bosco fragte nach dem Willen Gottes,
ging neue Wege, begeisterte andere
und schritt mutig voran,
trotz manchem Gegenwind.

Augen, Ohren, Herz hatte er weit geöffnet,
um wahrzunehmen die Zeichen der Zeit:
In die Stille gehen, nachsinnen, beten,
um zu spüren, was dran‘ ist.

Inmitten der Arbeit den Blick erheben,
ins Weite, zum Himmel,
das tut gut und befreit aus Enge
und gibt Kraft zum Weitergehen.

Don Bosco schöpfte Kraft
aus seinem Glauben an Gott.
Er verstand es, eine Einheit
aus Arbeit und Gebet zu machen.

Don Bosco war ein Anpacker,
nicht blind, sondern mit klarer Vision:
die Liebe Gottes sichtbar zu machen
und Menschen aufzurichten.

(Peter Rinderer SDB; Bild: Pixabay/cocoparisienne CC0)

Führen und geführt werden

Luis kennt am Großglockner jeden Stein und jede Wetterlage. Denn der 57-Jährige ist in den Bergen daheim: Im Winter ist er mit Schigruppen am Arlberg unterwegs, im Sommer begleitet er als Bergführer unzählige Menschen auf den höchsten Berg Österreichs. „Links oben ist ein guter Griff“, ruft er zu und sichert mit dem Seil von oben.

Eine Hilfe um auf den Großglockner zu kommen, ist neben guter Kondition ein Bergführer. Er zeigt jenen, die den Berg zum ersten Mal besteigen, den Weg und sichert. Ähnlich ist es im Leben. Auch dort mache ich die Erfahrung des Geführt-werdens. Als Kind und auch als Erwachsener – immer hatte ich Menschen an meiner Seite, die für mich Begleiterin oder Mentor waren. Vor allem in der Rückschau erkenne ich auch die Spuren Gottes in meinem Leben. Die Entscheidung, wem ich folge, nimmt mir niemand ab; die gilt es immer wieder neu zu treffen. Darüber hinaus sind wir alle Bezugsperson und Vorbild für andere: Eltern für ihre Kinder oder eine Teamleiterin für ihre Mitarbeitenden. Das eigene Tun zieht Kreise und hat Einfluss auf andere.

Sommerzeit ist für mich auch Reflexionszeit. In ruhigen Stunden frage ich mich: An welcher Person oder Vision orientiere ich mich? Wem folge ich? In welchen Momenten habe ich die Führung Gottes gespürt? Wenn ich länger darüber nachdenke, merke ich: Der Titel muss eigentlich umgedreht werden. Zuerst kommt immer das Geführt-werden und erst dann mein Führen und Verantwortung übernehmen für andere.

(Peter Rinderer SDB, Foto: Bergführer Luis [links] mit der Zweierseilschaft am Großglockner)

Profess = Profi + Prophet + …

„Ein Salesianer soll Profi sein, und zwar als Zeuge für Gott und als Diener der Menschen“, sagt Pater Josef Grünner bei der ewigen Profess des 33-jährigen Simon Härting im hessischen Sannerz. Die Ewige Profess ist das Versprechen für das ganze Leben, in der Gemeinschaft der Salesianer Don Boscos zu leben und zu arbeiten. In der Predigt versucht der Provinzial Antworten zu finden, was eine Profess in einem Orden überhaupt ist. Seine Vorschläge sind ausgehend vom Wort „Profess“ die verwandten Begriffe „Profi“ und „Prophet“.

Profi ist ein oft verwendeter Begriff in Sport oder Musik und zu einem Modewort geworden. Alle wollen professionell sein und arbeiten. Diese Eigenschaft zeichnet Menschen aus, die in einem bestimmten Bereich überaus gut sind – einerseits durch Talent, andererseits durch viel Übung. Das Profisein eines Salesianers müsse in zweifacher Sicht sichtbar werden: durch glaubwürdiges Bezeugen der Liebe Gottes und durch den Einsatz der eigenen Talente für andere. In der Professformel der Salesianer Don Boscos heißt es: „Ich verpflichte mich, alle meine Kräfte für jene einzusetzen, zu denen Du mich senden wirst, besonders für die ärmere Jugend.“

Auch „Prophet“ sei mit „Profess“ verwandt, so Pater Grünner: Prophet der Einheit in der Gemeinschaft, Prophet der Liebe Gottes unter den Menschen. Er bedankt sich bei Simon für den bisherigen Weg und seinen Dienst im Jugendhilfezentrum in Sannerz, und wünscht ihm Gottes Segen. Überall ist spürbar: Es ist ein besonderer Tag des Dankes und der Freude für den Professen, aber auch für seine Familie, die Mitbrüder und die Freunde. Übrigens: Es gibt auch ein Video zu diesem Fest!

(Peter Rinderer SDB)

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